Home Blog erstellt am: : 11/10/08 Zuletzt aktualisiert : 25/07/10 20:10 / 102 veröffentlichte Einträge

geflüsterte Beats  Verfasst: Sonntag, den 25. Juli 2010 20:10

Es wird viele geben, die über das schreiben was an diesem 24.07.2010 in Duisburg passiert ist. Ich war glücklicherweise nicht dabei, also will ich nicht weiter darauf eingehen. Es war der Tag, an dem friedliche Leute ihr Leben verloren, der Tag an dem die Loveparade starb.

Dabei mochte ich den Gedanken der Parade, friedlich miteinander zu tanzen, sehr genial und das trotz des immer wieder weichgespülten Motto “Konsum ist nicht bad”.

Solange die Parade immer in Berlin war, trafen wir uns immer bei meinem guten Kumpel Hardy. Der Platz seines damaligen Wohnplatzes bebte unter der Bassline der Sonne, denn das Wetter war meist wie vorbestellt.

Die beste Erinnerung habe ich an die 1997 Parade, wobei mir das Set von Mark Spoon am Besten gefallen. Trotz seiner markanten Erscheinung und der vielen Tatoos spiegelt sich in seinem Gesicht sehr viel von der Fastzination des Augenblicks, als er über die Massen schaut und die Arme hebt.

Wir kürten sein Set zum Besten und klopften die dünnen Hälse der Corona Flaschen zusammen. Ich hatte nie das Bedürfniss selbst hinzufahren, mir reichten die Nächte in irgendwelchen aufgeheizten Kellern mit dem kalten Groove der staubigen 135 bpm  Platten, die meisten von 55kg Djs auf die SL1210 gehieft wurden.

Die Neunziger waren in meiner Erinnerung musikalisch, politisch und mental wie ein hochgezüchtetes Auto mit zu kleinem Tank, bei dem man sich wunderte, das er kurz vor Erreichen des Ziels einfach ausging. Die Fahrt war trotzdem ein immer bleibenes Ergebnis und doch ist die friedlliche Party trotz aller Blumen, Farben, und gemeinschaflichen Heartbeart zum Schluss für viele zum Alptraum geworden. Nach dem Rausnehmen des Beats sollte Stille herrschen, nicht das Schluchsen von Eltern und Angehörigen, die vor kalten Steinen stehen. Ich glaube es wäre eine Geste, wenn ein paar der DJs, die auf der Parade aufgelegt haben, eine CD herausbringen, auf deren Rückseite nicht die Tracks sondern die Namen der Opfer stehen. Der Erlös sollte den Opfern wenigstens finanziell helfen.


Bye Sonntag

 

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grüne Lautsprecher  Verfasst: Samstag, den 24. Juli 2010 22:49

Laue Sommernächte haben den Vorteil, das scheinbar alles von einem abfällt. Der Tag, mag er noch so stressig und heiss gewesen zu sein, rückt nach einer frischen Dusche und einem guten Abendessen einfach so in den Hintergrund. Im Hintergrund surrt trotzdem noch der Ventilator, aber die Gedanken schwenken weit nach draußen. Der Lottoschein liegt im Müll, es wird wohl wieder nichts mit der Wassergrundstück, dank wochenlanger Physio sind die Rückenschmerzen weg und ich sitze gemütlich vor dem PC.Nach längerer Zeit habe ich wieder angefangen Bücher zu lesen. Ich weiss auch nicht warum das in den letzten Monaten zu kurz gekommen ist, aber Zeitmangel kann es nicht gewesen sein. Seitdem sich Radio Silvermoon in Luft aufgelöst hat und ich mir geschworen habe, mich vielleicht noch einmal hinter ein Mikrofon, keinesfalls aber vor eine Kamera zu setzen, habe ich eine Menge Freizeit. Ein guter Freund hat bemerkt, das ich während meines Moderatorenjobs bei Radio Silvermoon doch eher in einer Zwischenwelt befunden habe. Es ist eine eigenartige Szene, so richtig was zu holen gibt es ja nicht, im Gegenteil ständig Musik und Technik nach kaufen, haut ganz schön in die Kasse.Die ganze Ausrüstung jetzt so verwaist da stehen zu sehen, macht mich irgendwie traurig. Besonders die Sendungen mit meinem alten Kumpel Hardy haben mir immer sehr viel Spaß gemacht. Ein paar Ausschnitte habe ich auf Youtube hochgeladen.Seid mehr als einer Woche bin ich im Besitz der DVD s von Prison Break, fast schon eine Art Fieber.

Gerade ist alles gut.
Ich genieße den Zustand.

Bye Samstag

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abgekühlte Wege  Verfasst: Sonntag, den 18. Juli 2010 22:46

Die Hitze hat nachgelassen, endlich ein Wochenende, an dem man nicht permanent schwitzt.
So  kann man sich Freizeit und den Sommer gefallen lassen, lockere 27 Grad und jederzeit kalte Getränke.
Die Zeit schmilzt trotzdem dahin, wie ein Eiswürfel auf dem Verandaboden. Noch 10 Wochen bis zum Urlaub, hoffentlich so etwas wie Sommerverlängerung.
Der Himmel ist rot gefärbt, die Temperaturen annehmbar und das Bohrloch ist verschlossen. Langsam ist es auch kein Top Thema mehr, da strömen an einer der empfindlichsten Ströme dieser Erde  Millionen Liter Öl ins Meer  und es ist bald kein Top Thema. Zunächst hat es die ölhungrige Nation
getroffen, aber heute ist alles global.
Momentan kriege ich laufend Botschaften von ehemaligen Schulkameraden,  die unbedingt ein Klassentreffen  möchten. Es wäre nach 25 Jahren das erste  dieser Art und ich finde den Gedanken eher komisch. Ich werde mich sicher nicht für irgendwelche Organisationsgeschichten  zur Verfügung stellen, sollte ich  nicht gerade im Urlaub sein, werde ich sicher hingehen.
In meiner Erinnerung ging ich jeden Tag diesen Weg an diesen Geschäften vorbei  und dann schmissen wir immer unsere Taschen an diese Riesenkastanie. Ich weiß nicht, ob ich Erinnerungen dieser Art wieder reaktivieren muss und wenn es nur für einen Abend ist.
bye Sonntag

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Blechbüchsen Zeitmaschine  Verfasst: Mittwoch, den 30. Juni 2010 17:52

Manchmal klären sich Dinge über die man Tage nachgegrübelt hat an einem Wochenende. Ich habe meinen besten Freund mal wieder besucht, nachdem er mir klar gemacht, das ein entspanntes Gespräch auf der überhitzten Terrasse oft am Besten ist.Aber das wusste ich ja schon, von Zeit zu Zeit ist man im Trott einfach zu gefangen und beobachtet einfach zu viel, anstatt mal einfach die Schulter hängen zu lassen.

Endlich Sommer, obwohl viele schon wieder unter der Hitze stöhnen. So manchmal kommen alte Erinnungen an meinen früheren Job hoch. Es war so ein heisser Tag wie heute, Fussball Weltorgie war damals nicht, aber die Leute auf meinen Auftragsblock wollten alle nur das Eine“ Fernsehen“, besser gesagt, wieder Fernsehen.

Ich saß in einem Renault Rapid ohne Klimaanlange aber mit sehr vielen offenen Fenstern. Ein Kunde öffnete mit geröteten Augen und eröffnete mir, nachdem er zischend eine weiße Dose Bier geöffnet hatte, das er schon die ganze Zeit beabsichtige, endlich sein Drittgerät in sein Arbeitszimmer zu stellen. Heute, an diesem heissen Freitag, war er von der Montage früher nach Hause gekommen und endlich sei seine Frau nicht zu Hause. Seine Augen verengten sich, als er lachte.Doch plötzlich hielt er inne, um die Kohlsäure, die gerade aus dem Bauchansatz, der über seiner Gürtelschnalle hing, zurück strömte, noch vor den Zähnen abzufangen.Gut, ich nickte , keine Zeit zu verlieren, dachte ich und bat ihn mir alles zu zeigen.Der einzige technisch vernüftige Weg, das Antennenkabel zum weit vom Verteiler entfernten Arbeitszimmer zu kriegen war der Weg über den Zwischenboden. Ein Hauch Afrika strömte in den Hausflur, als die Bodenluke geöffnet wurde.Nachdem ich ein Loch in die Decke des Arbeitszimmer gezaubert hatte, musste ich wohl das Unvermeidliche tun.Ich kroch auf den Zwischenboden, was alle Poren in Marsch setzte. Über die Balken gekonnt balancierend, zog ich mit der freien Hand das Kabel, während ich die Lampe so ausrichtete, das ich zwischen den Verpackungshaufen der gefühlt 12 köpfigen Familie einen Weg finden konnte. Meine Augen brannten wie Feuer, ich bekam kaum noch Luft. Plötzlich tauchte der kahle Schädel meines Auftraggebers auf. Er sah sich einmal um und sagte: „ Mensch ist das heiß, ich krieg gleich einen trockenen Hals, ich glaub ich mal mir mal noch een Bier auf“.

Während ich mir den Staub vom meinen Ellenbogen und den Knien, wischte hörte ich das typische Zischen einer geöffneten Dose.

„Mensch, ich kann Dir gar nichts anbieten, Wasser holt die Frau erst nacher:“ sagte er.

Ich nickte dankend und schraubte die Antennenstecker an und betätigte den Netzschalter seines TV Gerätes.

Während mein Auftrageber mit seinem riesigen Händen, die scheinbar einen ganzen Dachstuhl umfassen konnten, die dünne Fernbedienung griff, räumte ich das Werkzeug zusammen. Am roten südfranzösischen Auto angekommen, riss ich die lauwarme Wasserflasche aus der Verankerung und saugte gierig die restliche Feuchtigkeit aus dem Stück Plastik.

 

Der Ventilator im Büro dreht sich neben mir und bläst mir dabei kurz ins Gesicht. Ich schalte meinen Computer nach der Mittagspause ein und denke, man ist das alles wirklich schon zehn Jahre her, damals trank man manchmal Bier aus Büchsen.

 

Bye Mittwoch

 

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schwimmende elektrische Freunde  Verfasst: Mittwoch, den 23. Juni 2010 22:52

Der Physiotherapeut wünschte mir heute früh viel Spass bei der Arbeit. Man hört so etwas eher selten, vielmehr wünscht man eher einen stressfreien Tag.
Da ich mit dem Auto fahren musste, fehlte mir die übliche morgendliche Zug und Bahnhofsbesatzung.
Ich hörte “Are your friends Electric” von Gary Numan und fühlte mich nicht mal so schlecht.
Mir ging wieder eine Serie vom Vorabend durch den Sinn, normalerweise schaue ich mir ja so etwas nicht an, ein alter meist falscher Spruch.
In diesem Fall geht es um den Traum vom eigenem Haus, meist als Schnäppchen und scheinbar leicht wieder in Gang zu setzen. Mein Urgroßvater war Zimmermann, mein Großvater war
Bauingenieur, ich habe eine ganz andere Laufbahn eingeschlagen und wenig Fachwissen.
Das Unterhaltsame ist eher die Stressbewältigung wenn alles nicht so läuft, wie man sich das ausgerechnet hat.
Gestern musste ich eher schmunzeln über einen Kunstmaler und einen Musiker, die sich mit einem Altbau scheinbar völlig übernommen hatten.
Ich habe dann aufgehört zu schmunzeln, als man die näheren Begleitumstände geschildert hat.
Dem Maler hatte seine Frau erst vor einem Jahr verloren und der Musiker, sein bester Freund, half ihm unentgeltlich beim Spachteln. Er war so wie man sich einen wirren Künstler vorstellt, mit wenigen weißen Haaren und Spitzbart und voller Liebe für seine kleine Tochter, für die er nun allein da war.
So war die Sendung eher traurig, man war fast gewillt ins Auto zu steigen, um zu helfen.
Das ungebremste Interesse an diesen reality tv Sachen kann ich heute nicht verstehen, die Regie dabei ist doch immer wieder zu merken.
Nun werde ich noch ein paar Bahnen schwimmen gehen, ich muss doch wieder in die Gänge kommen.

Bye Mittwoch

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